LOXX - Security Strap Locks

Gibt es etwas Schöneres als wenn man ein neues Tool zum Verkauf anbietet und ein Kunde nimmt sich die Zeit einen Bericht - ausführlich mit Fotos und allem Drum und Dran - zu verfassen!?

Ich gebe zu, die Kund-in :-) ist meine Freundin - doch unter uns gesagt - eine bessere Kritik kann es nicht geben :-D

Ich habe über Richter-Straps von dem System erfahren und nach einer kurzen Mail an den Hersteller sofort ein Probepaar bekommen. Die LOXXs sind super! Deutlich dezenter und feiner als andere Hersteller und mindestens genauso save! In der Produktbeilage fand ich dann noch diesen Adapter für die Endbuchse bei Akustikgitarren und ich habe mich sofort verliebt! MUSS man haben!

Viel Spaß mit Sabrinas Test und Montage der LOXX Strap Locks!

Review LOXX Strap-Locks für Akustikgitarre

 

Bereits vor ein paar Wochen machte mich Bastian auf diese LOXX Strap-Locks für Akustikgitarre aufmerksam. Ich war sofort begeistert und sagte damals „muss ich unbedingt ausprobieren“ (wer mich kennt, lacht jetzt bestimmt herzlich ;-)).

Wie ich herausfand, gibt es zwei unterschiedliche Modelle – O und F. Nach etwas längerer Suche (wer lesen kann ist klar im Vorteil) wusste ich, dass F für Fishman Pickups speziell designt wurde und O für alle anderen (da dazu keine weitere Beschreibung vorhanden ist). Meine Vermutung ist, dass O auch besser geeignet ist für z.B. Taylor-Gitarren, da dort das Batteriefach direkt hinter der Buchse sitzt.

Wie ihr sehen könnt, läuft F spitz zu, O rund.

Im Lieferumfang enthalten sind jeweils diese oben sichtbare Lederverlängerung, ein Strap Lock für die Anbringung des Gurtes und eine Befestigungshilfe. Ebenso noch eine kleine Übersicht, welche Produkte es sonst noch so gibt und eine bebilderte Anleitung (als Mädchen musste ich dann doch mal rein kucken ;-)).

Wer ihr auf dem letzten Foto seht, gibt es die LOXX auch für den Halspin – finde ich durchaus sinnvoll und werde ich noch ergänzen. Aber jetzt erst mal weiter…

Die Montage ist denkbar einfach. Das Lederstück über den Endpin ziehen – geht etwas straff, aber es soll ja auch fest sitzen. Fertig. Sitzt, lässt sich drehen, passt.

Nun muss der Gurt noch verbunden werden. Dazu benötige ich den Pin und das mitgelieferte kleine Werkzeug. Zur Vervollständigung: ich nutze einen RICHTER-Gurt, dessen Leder etwas dicker ist. Ich bin gespannt!

Das obere Teil des LOXX abgeschraubt, eingesteckt – und: oh, Herausforderung: Der eine Teil des LOXX schließt mit dem Leder komplett ab – schau ma‘ mal wie der Bayer so schön sagt!

Das zweite Stück drauf gesetzt, Werkzeug genommen, rein gedreht – klappt einwandfrei! Es ist nicht mal ein großer Kraftaufwand nötig, um die beiden Teile fest miteinander zu verdrehen. Und gleich auch noch der Anblick von vorne: die LOXX sind deutlich kleiner und filigraner als andere Lock-Systeme. Ich find’s schön!

Jetzt der Praxistest: Gurt eingehängt, Kabel rein – so schaut’s aus:

Gitarre mit Gurt umgehängt – es scheuert kein Metall an der Gitarre (finde ich persönlich sehr wichtig – hier hat jemand mitgedacht)!

Bemerkbar allerdings macht sich die Verlängerung insofern, dass die Gitarre tiefer hängt – hier nur den Gurt kürzer machen.

Abzunehmen sind die LOXX wie von anderen Systemen gewohnt – den Knubbel anziehen und lösen.

 

Fazit: ich finde, dass die LOXX Strap-Locks ein absolut sinnvolles und innovatives Tool sind! Auch wenn ich schon lange nicht mehr mit einer Akustikgitarre auf einer Bühne stand, meine E-Gitarren aber alle mit Lock-Systemen ausgestattet sind, kam doch immer mal wieder der Gedanke, warum das nicht auf für die Akustikgitarre möglich sei. Und hier ist die Lösung! Ich bin wirklich begeistert und kann es jedem nur ans Herz legen. Und am meisten freue ich mich, dass die Pfriemelei mit Gurt und End-Jack weg fällt J Ein Muss für jeden (Live)-Akustikgitarristen!

 

Bis bald,

Eure Sabrina und Gerne-neue-Tools-Ausprobiererin J

 

 

Ergänzung, weil ich echt begeistert von den LOXX bin: ich schraube nun auch die LOXX an die Halsbefestigung. Fazit: Wahnsinn, was da alles im Lieferumfang dabei ist! Die Originalschrauben sind nicht mehr zu verwenden, da die von LOXX aus einem Guss sind. Filz unterlegen, mit dem im Lieferumfang enthaltenen Werkzeug (Sechskant) festschrauben.

Seht selbst und seid auch begeistert J

Aber jetzt ist Schluss: Eure Sabrina!

Vielen Dank, liebe Sabrina, für den ausführlichen Test und die tollen Fotos!

 

Und euch, lieben Lesern, vielen Dank für euer Interesse! Die LOXXs sind ab sofort bei mir erhältlich.

 

Bis bald, euer Bastian

Qualität hat keinen Preis!

Am Mittwochmorgen geht bei Toys of Rock eine Anfrage ein.

Ein lieber Kollege meiner Freundin Sabrina wünscht sich eine schöne, klassische Gitarre, die mehr bietet als das bisher genutzte Einsteigermodell.

Viel musste ich da nicht nachdenken. Die Gitarre soll aus einer traditionellen Fertigung kommen, Hand-made in Germany, vollmassiv sein, und aus Tonhölzern nachhaltiger Forstwirtschaft bestehen. Der Boden soll aus Palisander bestehen, die Decke aus selektierter Fichte und das Griffbrett – ja das wäre aus Ebenholz super! Neben einer hochwertigen Verarbeitung wäre ein Koffer schön und das Ganze sollte eine Preisgrenze von 2000,- Euro nicht übersteigen.

Gibt´s nicht? Gibt´s wohl!

Am Samstagvormittag klingelt der DHL Mann und bringt mir das ersehnte Paket! Gut gelaunter Lieferdienst und eine unversehrte Kartonage sind schon mal ein gutes Zeichen.

Schnell wird das Paket geplündert. Zum Vorschein kommt ein stabiler, gewölbter Koffer in edler, leicht rustikaler Optik. Der Name des Herstellers prangt in silberner, geschwungener Schrift stolz auf dem Deckel.

Ich öffne den Koffer und da liegt sie passgenau und weich eingebettet. Man kann mir jetzt nachsagen ich sei nicht ganz sauber im Oberstübchen, aber die Gitarre schreit förmlich danach gespielt zu werden! So wie die edle mattierte Fichte mit ihrer feinen Maserung leuchtet, die sauber verrundeten und hochglanzpolierten Bünde auf dem schwarzen Griffbrett wie Schmuck glänzen… da fühlt man sich wieder wie damals als kleiner Junge als man sich erstmals in den Glanz einer Gitarre verliebt hat…

Ich ziehe sie also aus dem Case und schlage die Saiten an. Sie ist nach dem Transport nur minimal verstimmt. Die Saitenlage ist korrekt, der Hals ist perfekt gerade. Stegeinlage und Sattel aus Knochen sind perfekt an die Gitarre angepasst. Hm... Da muss/darf ich ja fast gar nichts mehr machen J.

Boden und die Zargen sind im Gegensatz zur Decke Hochglanz lackiert, was den perfekt (!) gespiegelten und wunderschönen Palisanderboden sehr edel zur Geltung bringt.

Der Hals aus Mahagoni ist matt lackiert und fühlt sich daher nicht „klebrig“ an, wie es so oft der Fall ist. Da hat ein Hersteller mitgedacht und geht auf die Bedürfnisse vieler Gitarrenspieler ein, denen oft nichts übrigbleibt als den Lack vom Hals zu entfernen.

Die Mechaniken lassen sich präzise ohne Spiel, oder gar Leerlauf, drehen – die Tonhöhe der Saite gleicht sich gleichmäßig und „wie geschmiert“ an.

Bereits beim ersten Erklingen macht sich ein zufriedenes Grinsen bei mir breit. Die Gitarre ist genau mein Geschmack und so wie ich sie mir nach den Spezifikationen vorgestellt habe! Ein feiner, heller, mittiger, durchsetzungsstarker Ton mit exakt dem richtigen Maß an Wärme und Volumen! Klangdruck, schnelle Ansprache und Sustain sind das Resultat. Die Gitarre stützt eine leise wie laute Spielweise, ist also enorm dynamisch – was sicherlich unter anderem der Verdienst der klarlackfreien Decke ist. Ein geübter Spieler wird mit diesem Instrument jede erdenkliche Klangfarbe erzielen können. Von träumerisch warm bis hin zu der schnellen Ansprache einer Flamenco-Gitarre wird nahezu alles möglich sein.

Zusammenfassend:

Selektierte, massive Fichtendecke

Boden und Zargen aus massiven Palisander

Mahagonihals

Ebenholzgriffbrett

Handgefertigt in Deutschland

Inklusive Deluxe Koffer

Erhältlich auch mit Cutaway, oder mit Cutaway und Tonabnehmer

Höfner HM88

Ich freue mich sehr, dass ich Martin so eine schöne Gitarre organisieren durfte und wünsche ihm mit ihr viel Spaß an der Musik!

 

Bis bald,

Euer Bastian

Fender Precision 1966

Der Kult um Fender und seine Instrumente!

Leider muss ich sagen sind die richtig gut erhaltenen Gitarren und Bässe aus den 60´s, oder noch schlimmer aus den 50´s, vom Markt verschwunden. Halt, das stimmt nicht! Das trifft nur auf jene Stücke zu, die auch noch den Zweck des Klanges erfüllen sollen! Natürlich findet sich eine gut erhaltene 63er Strat. Aber ob da nicht vielleicht eine gute, selektierte Customshop Gitarre für deutlich weniger Geld deutlich besser klingt und sich komfortabler spielen lässt? Ich fürchte das ist in den meisten Fällen so. Die Schrauberlust motivierte Musiker schon immer an einen guten Korpus den besseren Hals eines (hoffentlich) ähnlichen Jahrgangs zu schrauben. Letztlich finden sich auf dem Markt vorrangig Instrumente und Ersatzteile die übriggeblieben sind.

Daher geht mir einfach das Herz auf, wenn ein sogenannter „Player“ auf meiner Werkbank liegt!

Ein Instrument, welches weniger der Originalität als der Musikalität dient. Einmal kurz die A-Saite angeschlagen macht sich sofort ein wohliges Donnern am Bauche des Spielers breit. Das Sustain ist fast nicht abzuwarten und während das gute Stück weiter und weiter vibriert, gleiten die Hände über den lackfreien, weichen Hals und den so formschönen Korpus. 

Hier ist die Grundsubstanz die eines echten 66er Precision Basses, welcher in meinen Augen als erstaunlich original aufwartet.

Mögen die Schrauben nicht mehr die Originalen sein, ein wenig wurde auch an der Elektronik gebastelt – der Miniswitch mit Schaltung auf einen zweiten Kondensator ist völlig überflüssig und hat unnötiger Weise das Schlagbrett zum Reißen gebracht – und auch der Lack wurde unsanft vom Korpus gebrannt. Was aber dann unter dem Strich übrigbleibt, lässt die paar Mängel schnell in den Hintergrund rücken.

  • Ein hauchdünn lackierter, leichter Korpus
  • Ein perfekt gerader, vermutlich noch original bundierter Hals
  • Unbeschreiblich guter Klang nach so vielen Jahren des Alterns und des Spielens
  • Komplett originale Elektronikparts, abgesehen von der oben genannten Ergänzung
  • Charme ohne Ende!

Was bedeuten also die paar Schönheitsfehler wie ein Brandloch welches wohl beim Abflammen des Lackes entstanden ist?

Holger kaufte einst dieses wunderschöne Instrument für die viel besungenen Äpfel und Eier und kann sich heute glücklich schätzen einen solchen „Player“ sein Eigen nennen zu dürfen!

Und ich freue mich, dass ich trotz der guten Substanz ein wenig dazu beitragen konnte, um den Bass seinen versteckten Charme wieder sichtbar und vor allem hörbar machen zu können:

Meine erste Baustelle waren die Brüche um die Buchse und den Miniswitch. Um das originale Pickguard vor weiteren Brüchen zu schützen und den Beschädigungen Halt zu geben, entschied ich mich das Pickguard auf eine extra angefertigte Kupferplatte zu kleben. Nebenbei dient diese noch als hervorragende Abschirmung gegen Störsignale. Nachdem dabei die Elektronik offen lag, wurde auch diese kurz überprüft und gepflegt.

Angeschraubt habe ich das Pickguard mit neuen, aber von mir gealterten Kreuzschlitzschrauben der Marke Fender. Dies hat natürlich keinerlei klanglichen Sinn, aber es sieht eben besser aus. Die Schlitzschrauben aus dem Baumarkt waren für mich nicht ansehnlich genug (ging aufs Haus ;-) ).

Die komplett zu einem großen Klumpen verrostete Bridge legte ich über mehrere Wochen in ein Ölbad ein und reinigte sie immer wieder, um sie schonend gängig zu machen. (Bitte daran denken, wer sowas selber machen möchte, das verbleibende Altöl und die damit vollgesogenen Tücher an entsprechenden Sammelstellen und nicht im Hausmüll oder gar im Abwasser entsorgen!)

Die Bridge hat natürlich über die Jahre das meiste an Chrom verloren, aber nun ist das Material wieder gängig und ein matt, metallischer Glanz verleiht der Hardware seinen edlen Charakter.

Viele Spielstunden haben den Bünden die Oberfläche „platt“ werden lassen und auch ein paar Kerben hier und da sind zu finden.  Manch einer hätte vielleicht zum Bundierhammer gegriffen, doch das Material war noch völlig ausreichend. Auch das Griffbrett war nicht einmal um einen Hauch verzogen. Also schonte ich das Holz und richtete die Bünde nur ab. Schön gleichmäßig verrundet sorgen sie wieder für einen klaren Ton und eine tolle Saitenlage.

Letztlich war mehr nicht nötig. Beim Besaiten bekamen auch die Mechaniken einen Tropfen Öl und der gesamte Bass wurde fein eingestellt.

Dieser 66er Precision wird mir lange in Gedanken bleiben und ich fürchte ich bin ein wenig neidisch! :-D

Vielen Dank Holger für diesen schönen Auftrag!

Hören und sehen kann man Holger und seinen Bass mit der Band "Rosebud" 

https://myspace.com/rosebudrockz

 

Bis bald,

Euer Bastian

Gibson Jimmy Page "Number Two" Les Paul

„Bing“ – eine Mail flattert herein… da war doch dieser Flo – cooler Typ, Rock´n´Roller sowohl im Herzen als auch im echten Leben… ausgezeichnet sein Geschmack was Musik, Gitarren und Gear betrifft ( nämlich ähnlich wie meiner J) und erstrebenswert im Gebrauch seines Equipments. Denn eine mögliche Bezeichnung wie „Sammlerstück“, oder „limitierte Auflage“ hält ihn nicht ab, sowohl in kleinen engen Clubs als auch auf großen Festivals seinem Publikum zu geben was es verdient. Nämlich das Beste was er in die Finger bekommen kann!

 

Wir tauschten also kurz unsere Nummern aus und verlegten den Tech-talk auf das Telefon. Es ging um eine Gibson Custom hier, um eine alte Strat da, um Amps und deren Einsatz, um Backups und welche Qualität diese haben müssen, um Mustangs, Frauen, Schnaps und Rock´n´Roll eben.

Dann kam die Frage: „Basti, ich hab da eine Gibson Jimmy Page 2 und zwei der Potis funktionieren nicht mehr. Kannst du was machen?“ Ich sagte: „Business as usual, wann kannst du mir die Gitarre bringen?“. Natürlich weiß man so eine Gitarre nicht gern allzu lange außer Haus. Damit Flo keine Entzugserscheinungen bekommt, versprach ich ihm die Gitarre schnellstmöglich zu bearbeiten.

Dann stand er vor mir: 2 Marshall Tops im Schlepptau und den verheißungsvollen Koffer mit dem begehrten „Custom“ Logo on top.

Die Meisten stellen sich im Folgenden eine Situation vor, die für Außenstehende und sicher auch für viele Kollegen der Branche langweilig aussieht. Man bittet den Kunden rein, schreibt einen Auftrag, sagt brav danke und macht sich an die Arbeit.

Nein! Ich nehme ihm den Koffer ab, stelle ihn auf einen Tisch. Wir öffnen den Deckel und stehen beide erstmal ohne es bewusst zu merken fasziniert und sprachlos vor einer diabolisch leuchtenden Gitarre im traumhaft schönen, aber unaufdringlichen Page-Burst!

Nun kann man ein Toy of Rock auf unterschiedliche Weise ehren und auf der Hand läge an dieser Stelle etwas zu schreiben über den Long-tenon Halsansatz, den einteiligen Quater-sawn Hals und dem extra leichtem Palisander-Griffbrett. Speziell selektiertes Mahagoni und Ahorn werden für den Korpus verwendet und Jimmys Vorstellungen über eine perfekt, vielseitige Elektronik könnten erörtert werden. Doch das kommt an anderer Stelle zur Sprache. Denn hier wird eine wundervolle Gitarre gezeigt und die Spezifikationen sind zum einen bekannt, zum anderen sowieso zu erwarten und außerdem auf der Homepage von Gibson hinreichend bis zur letzten Schraube erläutert.

Flo ist weg. Ich nehme mir nochmals Zeit die Gitarre zu begutachten und ihren, sowie Flo‘s Stil zu überreißen.

Ich spiele sie pur und ohne Verstärkung. Der erste Eindruck zählt fast immer. Der Klang hat wenig zu tun mit einer herkömmlichen Les Paul. Die Mitten sind deutlich ausgeprägter als bei üblichen Custom-Shop Gitarren dieses Herstellers. In der Tat schenkt einem der Klang nichts was einem das Spielen erleichtern würde. Jede Nuance wird detailgetreu wiedergegeben und beim Anschlagen hört man fast durch das Schwingen der Klanghölzer nicht mehr die Saiten… Ich würde ja die ganzen Spielereien der Elektronik ausbauen, um diese tolle Dynamik auf den Verstärker übertragen zu können…

Wenig später liegt die Gute auf meiner Werkbank. Mit der Schönheit verdeckt, dafür der Mahagoniboden mir zugewandt, mit einem geöffnetem Elektronikfach.

Business as usual? Leider nein. Was Page und Gibson sich da ausgedacht haben ist zwar von den Funktionen her auch keine neue Erfindung der Schaltmöglichkeiten – vielmehr sind es einfach alle – aber die Potentiometer, die verwendet wurden sind - ich schäme mich nicht das zu sagen – mir völlig unbekannt.

Originale Ersatzteile gibt es offensichtlich weder von Gibson noch von anderen Herstellern.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Adrian und Jerry vom BTM in Nürnberg und Andy von Gibson für eure Mühen!

Was also tun… es kommt eigentlich nur eine neue Elektronik in Frage.

Ich rufe Flo an und bespreche mit ihm die Lage. Interessant ist, dass er wie erwartet diese vielen Schaltmöglichkeiten nie braucht, dafür aber ein Instrument, welches vor Ausfällen möglichst sicher ist.

Kurzerhand beschließen wir die Gitarre umzurüsten. Auf seine speziellen Bedürfnisse. Und das ist in diesem Fall eine Standardschaltung voller Power und ohne ausfallgefährdete Push-Pull Potis, oder Schalter.

Die alte Elektronik wird vorsichtig ausgebaut und verpackt, damit die Gitarre auch wieder in den Originalzustand zurück versetzt werden kann, wenn es denn sein muss.

Zum Einsatz kommen dann vier Gibson Historic Potentiometer aus dem Hause CTS, die den Regelbereich einer originalen Spät-Fifties Les Paul nachstellen, sowie zwei der bereits optisch überzeugenden Gibson Bumble Bee Kondensatoren. Ein paar Kabel, ein wenig Lötzinn, sauber platzierte Lötpunkte, die Lötstellen nachmessen und noch die Verkabelung hier und da mit einem Kabelbinder versehen, um sie vor vibrationsbedingter Bruchgefahr zu schützen.

Die Gitarre bekommt ihre Bünde aufpoliert und das Griffbrett wird mit ein paar Tropfen Griffbrettöl massiert. Nötig ist ein Nachkerben des Nylon-Sattels, da die Saiten schon nicht mehr recht rutschen wollen und daher der Stimmvorgang erschwert ist. Der Saitenwunsch des Künstlers sind klassische D´Addario XL Saiten der Stärke 009 auf 046, was in der Tat auf einer Les Paul riesigen Spaß machen kann. Die Basssaiten schlabbern nicht bei erdigen Riffs und die hohen Saiten lassen sich nahezu bis zum Mond benden.

Das Resultat ist eine Gitarre die direkter auf Spieleigenschaften anspricht – dynamischer ist. In der Tat dementsprechend auch ehrlicher ist und weniger Fehler verzeiht. Aber wer spielt schon falsch.. ;-)

Nun wird der eine oder andere aufmerksame Leser fragen: „Waren da nicht noch zwei Marshall‘s?“

Jawohl, ein traumhafter JCM 800 Marshall Nachbau - von Marshall. Denn der erste JCM 800 hatte noch keinen Einschleifweg für Effekte. Sowie ein Marshall TSL 100, der Flo‘s zweitem Gitarristen Lorenz gehört. Beide Amps sollen einen neuen Röhrensatz erhalten und der JCM 800 darf ein wenig mehr Gain bekommen.

Flo ist sowieso in München, um eine weitere Marshall Box zu erstehen, damit auf der Bühne künftig ein Full Stack zu sehen ist (Es ist immer nur dann zu laut, wenn der Sound nicht gut ist ;-) ) und möchte gerne gleich sein Equipment abholen.

Wenngleich es für mich das Höchste ist einem Künstler sein Werkzeug zu optimieren und es mein größter Lohn ist, wenn dieser dann auch zufrieden ist und die Augen leuchten, muss ich sagen vermisse ich die Gitarre bereits beim Ausdrucken der Rechnung.

Flo schließt die „neue Jimmy Page“ an meinem Bluesbreaker im Wohnzimmer an und gleich beim ersten Riff bebt die Karl-Schröder-Straße. Wer hier bis jetzt nicht wusste, dass es in Pullach eine Gitarrenwerkstatt gibt, der weiß es jetzt!

Wir machen eine Flasche Bier auf, unterhalten uns über eine Gibson Custom aus unserem gemeinsamen Geburtsjahr, als der nächste Kunde und Gitarrenliebhaber klingelt …

Und wer jetzt wissen will, wie die Gibson und die Marshall‘s klingen, darf sich gerne auf www.voltraid.com die Termine anschauen und bei den Konzerten vorbei schauen!

 
Noch immer mit einem Grinsen im Gesicht,
Euer Bastian ;-)
 
 

 

Funktion wird Qualität

Vor nicht allzu langer Zeit brachte mir ein Kunde eine Gitarre zum Überprüfen. Ein Eigen-Umbau mit vielen guten Teilen - so zum Beispiel einen Hals von Stevens und Fender Pickups. Dennoch war die Gitarre ein Zerwürfnis aus günstigem (bitte verzeih mir den Begriff Burki :-)) Schrott, aber dem Willen eine Gitarre selbst zu gestallten. Nun ja, einen Korpus der zwar aus wertigem Material besteht, ist durch zu hohes Gewicht und falschen Fräsarbeiten leider unbefriedigend zu retten. Also ein neuer Korpus muss her!

Zweiteiliger Swamp-Ash mit einer traumhaften Maserung und gerade mal 1,7kg Gewicht!

Und wenn man schon dabei ist... :-)

  • ein neues Kluson Vintage Tremolo mit Stahl-Block
  • ein neues Pickguard mit einer komplett erneuerten Elektronik
  • ein neuer Sattel aus argentinischem Rinderknochen

... und natürlich einen Service um alle Teile perfekt aufeinander abzustimmen.

Hier eine Mail in der der Kunde die Veränderungen beschreibt:

"Hallo Bastian,

play it loud! Das ist eine ganz andere Gitarre! An meinem Peavey Delta Blues 210 mit 2x10er Zusatzbox (natürlich Eigenbau!) klingt das Teil super. Von clean bis zu saftigen Rocksounds ist alles da. Im alten Zustand habe ich immer die Höhen zur Hälfte raus und Bässe reingedreht, um einen einigermaßen ausgeglichenen Sound zu bekommen (blieb trotzdem mittig). Jetzt ist alles da, vor allem auch Tiefmitten und Bässe mit schönen, seidigen Mitten und Höhen!

Mein Eindruck: der Sound ist transparenter und „runder“ geworden, nicht so mittenkomprimiert und spitz wie vorher. Ich höre jetzt tatsächlich eine Strat. Die Gitarre macht Lust, auch leisere, feinere Sachen zu spielen. Der Fender-Switch geht wie Sahne. Die Pick-Ups klingen in den verschiedenen Stellungen m.E. auch differenzierter. Und das Gewicht: super. Ich hätte nicht gedacht, wie viel angenehmer eine leichtere Gitarre ist. Die Sache hat sich voll gelohnt und die Gitarre ist in dieser Form ein absolutes Einzelstück."

Vielen Dank für den tollen Auftrag! Ich wünsche Dir viel Spaß mit der neuen Gitarre!

Manchmal habe ich die Befürchtung, dass es einfach nicht besser kommen kann! Hier mein zweites Toy of Rock! Ich denke es ist klar wie man sich fühlt wenn man eine signierte Gitarre von einen solchen Künstler in die Hände bekommt. Dem ist einfach nichts hinzuzufügen. Viel Freude mit den Fotos!

Kuddels alte Washburn

Dieses Instrument hat sicher Einiges erlebt! Mit den Toten Hosen auf Tour, im Proberaum, im Bandbus und auf unzähligen Gigs - nun gehört sie einem meiner besten Kunden und der Rock´n´Roll geht nahtlos weiter ... :-)

Wenn man viel mit Musikern zu tun hat und deren Gitarren repariert, bekommt man immer wieder außergewöhnliche Instrumente in die Hände. Eine solche Gitarre muss nicht immer von Eric Clapton signiert sein, oder tausende von Euros kosten. Es ist oft einach die Geschichte die diese Gitarre zu etwas Besonderen macht. Und Gitarrenliebhaber werden mir Recht geben - wer sein Instrument nicht im Netz geschossen hat, sondern auf altmodischen Wegen zu seinem Instrument gekommen ist, der hat IMMER eine Geschichte dazu zu erzählen!

Terminvereinbarung unter:

 

Gitarrenservice Toys of Rock

Bastian Krauss
Karl-Schröder-Str. 1
82049 München / Pullach i. Isartal 

Kontakt:
Telefon: +49 89 - 999 38 534
E-Mail:
info@gitarrenservice-toysofrock.de

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